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 Südwestpresse vom 18.01.2012

 

 

Hillus Herztropfen haben gewirkt!pressefoto1


Medizin gegen winterlichen Trübsinn waren "Hillus Herzdropfa". Im ausverkauften großen Saal des Edwin-Scharff-Haus

 

"Dröpfle fir Dröpfle Qualidät", attestieren sich Hillus Herzdropfa bei der Fahrt zum nächsten Auftritt - und so lautet der Titel ihres aktuellen Programms.

Rädelsführerin Hillu sitzt am Steuer, wütend auf Beifahrer Franz, der das Navi nicht begreift. Elly und Andi auf dem Hintersitz bleiben gelassen.
Diesmal spielen sie die Autoszene für die Südwest Presse Aktion 100 000 und Ulmer helft. Sich selbst aufs Korn zu nehmen, gehört zu den szenischen Geschichten, die das Leben schrieb - oder viel- mehr Hillu, die sich ganz unerschrocken auf deftig schwäbischen Humor einlässt.

Am liebsten ist sie die Lena mit dem feuerroten Traktor, das Idealbild einer Bäuerin, die nicht aufs Maul gefallen ist und anderen genau auf dasselbe schaut - mit Vorliebe den "Heckenscheißern" aus der Stadt, vor allem aus der größten im Ländle. Sparsam mit den Requisiten, dafür umso temperamentvoller zeigen Hillu Stoll, Elisabeth Ritzler, Andrea Schmucker und Franz Auber anhand alltäglicher Geschehnisse auf der Alb, dass das ganze Leben eigentlich ein Schwank ist.

Da reicht schon eine Fahrt mit dem roten Bulldog zum Rathaus der nächsten Kleinstadt, wenn d Lena auf einen Amtsschimmel mit Stöckelschuhen trifft. Wie können sich solche sprachliche Missverständnisse ob eines Strafzettels für den Bulldog einschleichen? Schließlich ist Lena zweisprachig aufgewachsen, wie sie in Kittelschürze und Gummistiefeln selbstbewusst eröffnet: ihre Mutter ist vom Oberland.

Dennoch fließt der Sack Kartoffeln, mit dem sie das Knöllchen bezahlen will, ein in das Formular, worin als Name Selma Eidapfel steht. Dann bekommen die "Heckascheißer" ihr Fett ab. Sie sind schuld, wenn Lena ihren Hahn Siggi überfährt, den sie eben erst so richtig eingearbeitet hat. Und wenn die Städterin in die "Seichrinne" fällt, ist die Freude nachvollziehbar.

Im Wartezimmer des Arztes trifft die Bäuerin auf ihresgleichen. Den nach der Schrift sprechenden Mann mit Heuschnupfen macht sie zum Hobbybauern, der Getreide im Stockhafen zieht. Der Nachbarin mit lockerem Gebiss erläutert sie zu deren Überraschung ihr eigenes Verhältnis zu den Zähnen: "Wir schlafen getrennt."

Und einmal mehr ist Hillus energische Miene Grund für frohe Entspannung - die Tropfen haben gewirkt.

Quelle: Südwestpresse - Foto: Petra Starzmann

 

Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE | 01.08.2011 Südwestpresse